Rum

Nicht nur einfach Zuckerrohrschnaps – entdeckt die Vielseitigkeit des Kult-Getränks!

Vom Tee ins Nosingglas

Rum hat in Deutschland große Tradition; die Wurzeln liegen im Norden, genauer gesagt, in Flensburg. Allerdings kam er nicht viel weiter als in den Tee oder den Rumtopf. Ihn pur zu genießen, war einst die Sache der Piraten – allerdings gehören diese Zeiten schon lange der Vergangenheit an: Aber wenigstens verwiesen die Piraten auf die ursprüngliche Heimat des Zuckerrohrdestillates – die Karibik.

Heute ist Rum in aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes; und über eine vielfältige Rumauswahl zu verfügen, ehrt die Bar genauso wie die Vielfalt bei Whisk(e)y und Gin. Noch dazu hat Rum etwas mit Whisky gemeinsam: Beide Spirituosen reifen in gebrauchten Eichenfässern.

Rum ist klar zu definieren: Die „schweren“, das heißt vor allem „aromatisch kräftigen“ kommen zumeist aus Jamaica, die leichteren aus Kuba, nur um die beiden größten Karibikinseln zu nennen. Rhums agricoles von den französischen Antillen verfügen in der Regel über mehr Umdrehungen, das heißt über einen höheren Alkoholgehalt als ihre Brüder von den großen Antillen. Sie werden im Gegensatz dazu auch aus frischem Zuckerrohr gefertigt und nicht auf der Basis Melasse.

In den letzten rund zehn Jahren hat sich hierzulande eine dritte Rohstoffvariante dazu gesellt: Sugar Cane Honey. Das ist der Stoff, der in den Zuckerfabriken als erstes aus der Presse läuft, wenn das frisch geerntete Zuckerrohr verarbeitet wird: Ein zähflüssiger, sirupartiger Rohstoff, der – neben dem frisch gepressten Saft – das beste ist, was Zuckerrohr hergibt. Die Methode hat sich in den Festland-Staaten rund um die Karibik durchgesetzt (z.B. in Guatemala, Nicaragua etc.)

Doch egal, welcher Rohstoff in den Zuckerrohr – Anbauregionen verwendet wird (und es gibt davon eine ganze Reihe; und sie liegen nicht immer in der Karibik), entscheidend für die Qualität ist beim braunen Rum das Fass, aus dem er kommt. Nur Holz hinterlässt die Aromaspuren in dem Sprit, die ihn immer mehr zum puren Genuss ins Nosingglas locken. Das ist auch immer öfter das geeignete Gefäß für die nicht gelagerten, sprich weißen Rums, deren Heimat in der Regel Daiquiri & Co. sind. Doch auch deren Dasein als Solisten spricht eine eindeutige Sprache: Die Qualität wird immer besser…