Whisk(e)y und "MALTernativen"

Messezeit ist Entdeckungszeit. Neben den edlen schottischen Platzhirschen – vom Einstiegsdram bis hin zum Monstermalt bei unabhängigen Abfüllern und Clubs – lohnt es sich in diesem Jahr besonders, einmal einen Blick über den Teller-, oder besser Glasrand zu werfen. Hier eine Empfehlung zur Weiterbildung Ihres Gaumens...

Probieren Sie beispielshalber einmal die unglaublich authentischen Rhum Agricole aus Martinique und Guadeloupe die im Gegensatz zu vielen anderen Rums nicht aus Melasse und zugesetztem Zucker hergestellt sind, sondern aus reinem Zuckerrohrsaft und mit verlässlicher Altersangabe. Die Komplexität und Tiefe wird Sie begeistern –
und dazu vielleicht einen mit Liebe produzierten Shrub, einen Fruchtpunsch der Antillen
auf Rhumbasis, als flankierende Maßnahme.

Im Vergleich sollte man auch die Rums von Aldea aus La Palma verkosten. Und gerade
Whiskyliebhaber werden überrascht sein, wie intensiv und esterlastig die Zuckerrohrbrände
aus Guyana, Trinidad und Jamaika sein können, insbesondere die Raritäten aus früheren
Zeiten, wie die ‚Navy-Rums‘. Wer es noch härter und rauchiger mag, sollte einmal einem,
aus Agaven destillierten Mezcal die Chance geben.


Nicht minder interessant sind die neuen Tropfen der internationalen Whisk(e)ywelt! - 
Gerade bricht in Irland die Renaissance an, inspiriert vom Vorreiter John Teeling. Hier muss
man neu probieren, gerade jenseits der 15 Jahre Altersangabe wird die Fruchtigkeit unglaublich
und es gilt zahlreiche neue Produkte zu entdecken.
Ebenso empfehle ich, die vielen heimischen Whiskys neu zu verkosten, weil einige Innovationen
greifen und das Alter der Brände sich erhöht. Hinzu kommen tolle Skandinavier wie BOX und 
Mackmyra, Italiener mit Puni, die Taiwanesen Kavalan & Nantou, Japaner und die alten
schottischen Grainwhiskys, die zwischen den Welten ein feines Aromenspiel bieten. Auch in
Amerika lassen sich immer mehr neue Craft-Brenner finden, die mit spannenden Produkten
neben Bourbon und Rye aufwarten.


Dass Totgesagte länger leben, wird sich auch bald zeigen, wenn die feinen Trauben- und
Tresterbrände zurückkehren. Hier sollte man ebenfalls ein Auge auf Cognac, Armagnac, Brandy
und Grappa werfen. Es lohnt sich!

TIPP:

Bringen Sie sich Samplefläschchen mit oder erwerben Sie diese auf der Messe, dann kann
man zuhause weiter probieren, weil sensorisch nach ein paar Spirits die Aufmerksamkeit einfach
deutlich sinkt...Wir sehen uns auf der Finest Spirits 2016!

Monster Malts Finest Spirits 2016

  1. Highland Fusilier 21 y.o. G&M early red-white Tercentenary version (vatted Macallan aus den      1950ies, Sherry Wood), 75.7 cl, 40%
  2. Ardbeg 29 y.o. Old Malt Cask 3.1972 – 8.2001, 432 btl., Sherry finish, 50%
  3. Lagavulin 24 y.o. OB Feis Ile 2015, distilled 1991, triple matured, 59,9%
  4. Springbank 1969 - 1995 Single Cask 2389 for Scotch Malt Embassy Berlin, 51,7% (94 points)
  5. St. Magdalene (Linlithgow) 32 y.o. Cadenhead’s 1982 – 2015, Butt, 58,1% (93 points)
  6. Strathisla 25 y.o. OB / G&M, distilled in 1960ies, 40% (rare dunkle Version)
  7. Irish Single Malt 26 y.o. for Whisky-Fässle 1989 - 2015, 47,2% (Fruchtbombe)
  8. Bowmore 1995 - 2012 Malts of Scotland, dark sherry cask 12057, 185 btl., 58,9%
  9. Tamdhu 21 y.o. Old& Rare DL Platinum,1990 – 2012, dark sherry, 53,6% (schwarz und lecker)
  10. Brora 30 y.o. OB (bottled 2004), 3000 btl., 56,6% (Legende)

Monster Malternative Finest Spirits 2016

Longueteau XO Tres Vieux Rhum Agricole aus Guadeloupe 42% (beeindruckend tief)


Dazu viele weitere Spitzenabfüllungen und einige Restmonster, wie Ardbeg 17 (early version), Ardbeg 1990 ANB, Bowmore 1992, Ardmore 21 von 1992, Caol Ila 1984, Braes of Glenlivet 15 y.o. aus den 1970ies (dunkel), Bruichladdich Valinch 1984, Deanston hand-filled, Aberlour 8 y.o. cube shape 50 gradi aus den 1960ies (dunkel), Girvan 25 y.o., Glen Keith Single Casks, etc., auch Rum-Raritäten und mehr …