Nach mehreren vergeblichen Anläufen der Vorjahre hat es dieses Jahr endlich geklappt: mit der Scotch Malt Whisky Society nimmt eine der renommiertesten Institutionen des Whisky am Festival teil.
Die Geschichte der Scotch Malt Whisky Society beginnt in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Zur damaligen Zeit war Malt Whisky selbst in Schottland noch relativ wenig in Gaststätten und Pubs vertreten, schon gar nicht in Fasstärke oder nicht-kühlgefiltert. Blended Whisky dominierte den Markt.
Zu dieser Zeit verbrachte der Gründer der SMWS, Phillip Hills, immer wieder Urlaub bei Freunden in der Speyside. Bei diesen Besuchen wurde er von einem Nachbarn auch zu einem Glas Malt Whisky eingeladen – direkt aus dem Fass gezapft. Phillip Hills war von der Qualität und dem Geschmack des Whiskys so begeistert, dass er mit einigen Freunden zusammen ein “Syndikat” gründete, um selbst Whiskyfässer zu kaufen.
Anfang der 80er Jahre kam die Idee auf, eine eigene Firma zu gründen und sogar ein eigenes Firmengebäude zu erwerben, um dort die Zentrale der SMWS einzurichten – “The Vaults”. Auch heute noch ist “The Vaults” das geistige Zentrum der SMWS. Im weiteren Verlauf entstanden weltweite Ableger in Australien, Japan, den USA, Deutschland, Schweiz, Benelux, Österreich, Südafrika, Taiwan oder Italien.
Im Jahre 2004 übernahm die Glenmorangie Plc. die Scotch Malt Whisky Society, was aber nicht lange dauert, denn schon ein halbes Jahr später wurde Glenmorangie von Louis Vuitton MoetHennessy (LVMH) übernommen. Trotzdem ist der Charakter der Society immer der eines unabhängingen Abfüllers geblieben. So werden auch heute noch alle Malts vor ihrer Abfüllung durch ein eigenes Tasting Panel, in dem unter anderem der Liedermacher Robin Laing oder der weltweit bekannte Whiskyautor Charles McLean den Vorsitz führen, verkostet. Mehr als 24.000 Mitglieder weltweit erfreuen sich heute an den erstklssigen fassstarken, nicht-kühlgefilterten und nicht-gefärbten Spitzenmalts der Socitey.



am 4. Februar 2010 um 14:48
Die SMWS habe ich bisher nicht auf der Messe vermisst. Ebenso wenig in den vielen Jahren, seit ich ausgetreten bin. Deren Abfüllungen sind keinen Deut besser, als die anderer Abfüller auch (höchstens teurer und schwerer zu bekommen – Stichwort Verteilungspolitik).
Gäbe es in Deutschland nicht ein paar ganz liebe Leute, die sich sehr bemühen, wäre dieser Kommentar noch deutlich harscher ausgefallen.
Summa summarum ein ziemlich elitärer Haufen. Dass es auch anders geht, zeigt eindeutig das Beispiel Scotch Single Malt Circle SSMC!
am 8. Februar 2010 um 14:43
Danke für den offenen, direkten Kommentar – genau so muß es sein rund um das Festival. Wenn es in der Vergangenheit bei Dir Grund zu Unzufriedenheit gegeben hätte: Den Unterschied machen niemals (Firmen-) Namen oder irgendwelche Labels, sondern immer die Menschen dahinter. Daher Vorschlag: komm’ doch vorbei und überzeuge Dich bei einem guten Dram, daß hier absolut offene, engagierte und unelitäre Leute am Werke sind. Zudem präsentiert die Society auf dem Festival offensichtlich erstmals ein neues Modell in Sachen Mitgliedschaft, von daher wäre ein Besuch nicht nur lecker und nett, sondern ggf. auch informativ…