The Angels’ Share
Freitag, der 6. Juli 2012 | By Werner Obalski | Kategorien: Allgemein, Divers
Es gibt eine Szene in diesem, in Cannes heuer mit dem „Jurypreis“ ausgezeichneten, Film (ab Oktober 2012 in den Kinos!), da war es dann so weit: Der Betreiber dieser, der „Finest-Spirits- Site“ – er ist leidenschaftlicher Biker – war dem Zusammenbruch nahe, als der Hauptdarsteller in blinder Wut ein Motorrad umwarf und dessen Aufbau zusammentrat. Es war auch noch das falsche Bike…
Doch das passt zu einem Werk, das nicht nur großartige Schauspieler in den Mittelpunkt stellt, sondern Scotch Whisky. Die Geschichte ist schnell erzählt: vier Problem-Youngsters werden nach diversen Knastaufenthalten von ihrem bärbeißigen Bewährungshelfer auf den Pfad der Tugend zurückgeführt. So ganz funktioniert das allerdings nicht, denn am Ende bringt ihnen wiederum nur eine Gaunerei die Kohle, die sie zum Leben brauchen. Der Single Malt macht’s möglich, denn einer der vier beweist, dass er ein feines Näschen hat, bekommt am Ende einen Job bei einem renommierten (und reichen!) Whiskysammler, weil er ihm eine der letzten beiden Flaschen des legendären „Malt Mill“ besorgt, die andere bekommt der Bewährungshelfer, der ihn letztlich zum Whisky hingeführt hat.
Natürlich ist das Fiktion, wenn, ja wenn nicht der Plot dieses Filmes die Destillerie-Managerin von Lagavulin, Georgie Crawford, dazu ermutigt hätte, die wirklich letzte, existierende Flasche „Malt Mill“, die ihr noch ihr Vorgänger übergeben hatte, aus ihrem „Versteck“ in der Brennerei auf Islay zu holen: Seit Ende Juni können sie die Besucher von Lagavulin nun besichtigen – aber nicht anfassen, und schon gar nicht probieren.
Der mutmaßlich wertvollste Scotch Single Malt der Welt stammt aus einer kleinen Brennerei, die seit 1908 auf dem Lagavulin-Gelände gebrannt hatte. Von der Produktion, die 1962 eingestellt wurde, blieb eine einzige Flasche aus der letzten Abfüllung übrig – aber das ist nicht der einzige Grund, warum sich gerade Whisky-Liebhaber diesen Film des Engländers (!) Ken Loach unbedingt anschauen sollten…
Werner Obalski




