Nu is aber gut!

Sonntag, der 8. Januar 2012 | By | Kategorien: Allgemein, Divers

Albert Trummer ist ein Steirer…

…und darüber hinaus Barchef in der „Apotheke“ in New Yorks Chinatown. Jetzt hat er mit einem Mediziner namens Markus Metka ein Cocktailbuch herausgegeben, das an Silvester in einer großen Münchner Boulevardzeitung gefeiert wird. „Der gebürtige Steirer ist der angesagteste Bartender von New York…“ (AZ, 31.12.2011). Das will nun nicht viel heißen: diesbezüglich wird in Big Apple wahrscheinlich jede Woche eine andere „Sau durchs Dorf“ getrieben. Übrigens verfügt die Metropole im Gegensatz dazu über eine ganze Reihe von konstanten Größen, die weltweit gerühmt werden: Audrey Saunders, Sasha Petraske, Dale Degroff etc.

Trummer plaudert auch aus der Schule: Mariah Carey etwa „mag Gin mit Dill“, Sahra Jessica Parker Absinth (Trummer im Interview: „weil der enthaltene Wermuth die Verdauung auf Trab bringt…“ – AZ, 31.12.2011) Aha, der „Sex-and-the-City“-Star leidet an Verdauungsproblemen, liegt womöglich an den vielen „Cosmopolitans“, die die Ärmste in der Serie trinken musste. Nicht direkt charmant, so etwas auszuplaudern, auch wenn‘s nur durch die Blume ist. Aber Steirer sind hart im Nehmen – und im Geben, siehe Trummers Landsmann in Hollywood… Professionelle Barkeeper sind eigentlich höchst verschwiegen, insbesondere, was die Trinkgewohnheiten ihrer prominenten Gäste betrifft – oder sollte ich da etwas verpasst haben?

Je nun – genug gescherzt. Ziemlich peinlich wird das Interview aber, wenn der Barchef versucht, seinen Kräuter- und Gemüseorgien einen Sinn zu geben: Er betrachtet Alkohol als einen “ Transporter gesunder Stoffe“ (das kann Wasser auch!!) Ganz dicke kommt‘s beim Gin: „Er besteht hauptsächlich aus Wacholderbeeren, die ihre Wirkung im Alkohol potenzieren. Sie helfen der Leber beim Entgiften…“ (AZ, 31.12.2011). Das ist nicht nur abenteuerlich, sondern höchst unverantwortlich, denn die logische Folge dieses Quarks wäre: „Jeden Tag eine Flasche Gin und die Leber ist gesund!“ Nur zur Klarstellung: Gin besteht zu mindestens 37,5 Prozent (oft auch weit über 40 Prozent) aus hartem Neutralalkohol (in der Regel auf der Basis Getreide). Wacholder ist zwar der Hauptgeschmacks- und Aromaträger, aber insgesamt nur einer unter vielen weiteren Botanicals – und nach der Destillation wird das Ganze noch mit Wasser auf Trinkstärke verdünnt. Es gibt noch eine ganze Menge anderer – abschreckender – Beispiele, etwa den „Lorbeer-Martini“ (u.a. Vodka; Aloe-Vera-Saft, Lorbeerzweig).

Insofern freuen wir uns auf das FINEST SPIRITS Festival im Februar, denn in München gibt’s Edel- Schnaps pur – für den ehrlichen Genuss…

Werner Obalski

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