Ein Hochprozenter wird kommen
Donnerstag, der 17. Februar 2011 | By admin | Kategorien: Divers
Ab März wird es auch in Deutschland den Rum geben, der bereits in den USA in der Barszene für einiges Aufsehen gesorgt hat! Smith & Cross, Navy Strength mit satten 57 Vol%! Der Import und Vertrieb erfolgt über Sierra Madre Trend Food GmbH, www.sierra-madre.de
Meine Verkostungsnotizen:
In der Nase:
Für den Alkoholgehalt mit 57 Vol% weich und mild, karamellig, typisch „Jamaica, exotische Früchte, eine sehr dezente Holznote
Im Geschmack (pur):
Sehr gut ausbalancierter Overproof Rum, kräftige Jamaica-Note, angenehme Süße, hier kommen die Holznoten etwas deutlicher zu Tage. Die exotischen Früchte „kleben“ am Gaumen
Stehvermögen:
Der Rum hinterlässt eine deutlich süsse Rumspur am Gaumen. Die typischen Aromen bleiben recht lange erhalten.
Für einen ungeübten Geniesser ist dieser Hochprozenter zum Pur geniessen nicht zu empfehlen, da der Alkohol deutlich auf die Schleimhäute einwirkt. Von Barkeepern wird er für Cocktails sehr empfohlen, dafür ist er ja auch neu aufgelegt worden. Also, nur ran an den Shaker!
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Die Bezeichnung „Navy Strength“ bitte nicht mit den als „Daily Ration“ in der Heuer bei der Britischen Navy bis 1970 fest verankerten „Navy Rum“ verwechseln. Ein klassisches Beispiel für einen „Navy Rum“ ist der Pusser´s, ein Rum dessen Brennereien in Guyana und Barbados zu finden sind. Der Name von dieser Marke leitet sich wiederum vom Purser, also dem Zahlmeister ab…
Zurück zu Smith & Cross Traditional Jamaica Rum. Im Gegensatz zu den heute meist erhältlichen Rum von der Insel werden hier alle Anteile im Pot Still Verfahren hergestellt. Die Brennerei ist eine nicht sehr Bekannte, nur Insider wissen, dass diese Brennerei extrem aromatische Rum herstellt und diese ausschliesslich im Pot Still Verfahren: Hampden Estate! Hampden Estate exportiert seine Rum als Bulk Ware zu den verschiedensten Rumblendern auf der ganzen Welt, denn man ist auf hoch- bis höchstaromatische Rum spezialisiert. Selten bekommt man reine Hampden Estates. Die, die ich kenne, werden oder wurden von Unabhängigen Abfüllern wie Cadenhead´s in sehr kleinen, überschaubaren Einzelfassabfüllungen angeboten. Ich erinnere mich da mit Freuden an das „Monster“, dem 13 Jahre alten Cadenhead´s mit über 60 Vol%…
Auf Jamaica gibt es verschiedene Klassifikationen für Rum. Die bei Smith & Cross verblendeten Rum sind je zu 50% Wedderburn und Plummer, die wiederum 6 Monate (Wedderburn) und von 1,5 bis 3 Jahre (Plummer) in Amerikanischen Eichenfässern gelagert werden.
Hier ein kleiner fachlicher Excurs über Jamaica Rum:
1893 gab es 148 Destillerien
1948 waren es noch 25 Destillerien
Heute produzieren meines Wissens nach nur noch 6: Appleton, Money Musk, Hampden Estate, Longpond, Worthy Park und New Yarmouth
Jamaica Klassifikation
Seit dem frühen 20. Jahrhundert werden auf Jamaica Hoch-Ester-Rum hergestellt um den Handel mit Deutschland aufrecht zu erhalten. Die deutsche Regierung hatte in dieser Zeit Schutzzölle auf ausländische Spirituosen erhoben.
Hoch-Ester-Rum sind Rum, die hochkonzentriert Ester (Aldehyde) und Essige enthalten. Diese entstehen während der Fermentation.
Jamaica – Rumtypen:
| Bezeichnung | Esteranteile in Gramm pro Liter Destillat (Congener) | Gärdauer / Fermentation |
|
Common Clean bzw. Local Trade |
80 bis 150 Ester | 24 bis 26 Stunden |
| Plummer bzw.
Home Trade |
150 bis 200 Ester | 2 Tage |
| Wedderburn bzw.
Home Trade |
200 < | 2 bis 5 Tage |
|
Continental Flavoured bzw. High Continental bzw. German Style |
500 bis 1700 Ester | 5 bis 14 Tage |
Es werden das Pot-Still- und das Kolonnen- Brennverfahren angewendet. Für die High Ester Brände nutzt man das Pot-Still Destillationsverfahren. Hierzu verwendet man auch spezielle Ester Stills. Für die hocharomatischen Rumtypen Wedderburn und Continental werden zusätzlich zur Melasse (alkoholfreier Produktionsrückstand bei der Zuckerherstellung) Skimming (der Schaum der bei der Fermentation entsteht), Dunder (der alkoholfreie, aber säurereiche Rückstand der Destillation), Pflanzenteile, Früchte und etwas ganz Besonderes, nämlich endemische Naturhefen hinzugesetzt um später diese aromareichen Rums destillieren zu können. Die Fermentation vollzieht sich unter freien Himmel in sogenannten mock pits…
Also, liebe Profi- und Hobbybartender: Bestellt bei Eurem Händler des Vertrauens Eure gewünschte Menge, er ist bald in Deutschland erhältlich. Und wer möchte nicht gerne mal einen Cocktail wie den Klassiker
Planters Punch
9 cl Smith & Cross Rum
3 cl Limettensaft (frisch gepresst)
1,5 cl Zitronensaft (frisch gepresst)
1,5 cl Grenadine
¼ Teelöffel extrafeiner Zucker
Die Zutaten auf zerschlagenem Eis schütteln und in ein mit zerschlagenem Eis gefülltes Collinsglas seihen
oder den anderen Klassiker
Million
4,5 cl Smith & Cross Rum
2,25 cl Zitronensaft (frisch gepresst)
2,25 cl Rohrzuckersirup
2 Spritzer Angostura
Die Zutaten auf Eis schütteln und in ein Glas seihen
mit dem richtigen Rum zubereiten?




