Sprit-Kultur!
Sonntag, der 30. Januar 2011 | By Frank Böer | Kategorien: Feature-5
Warum ist das Festival (hoffentlich) mehr als eine bloße “Messe”? Ganz einfach: weil es um wesentlich mehr geht, als bei einer normalen Messe. Es geht um ein Plädoyer für eine andere Sichtweise auf das Thema “Spirituosenkultur”.
Es geht darum, die Vielfalt und Tradition der Spirituose – über den reinen EUR hinaus – als einen “Wert” zu verstehen, der absolut zentraler Teil unserer deutschen, europäischen und weltweiten Kultur ist.
Weniger pathetisch: so gut wie jede Ecke der Welt hat ihren eigenen Sprit. In diesem Sprit bündeln sich die uralte Tradition, Geschichte, Können, Stolz und – ohne zu übertreiben! – die Identität der Menschen des jeweiligen Landstrichs.
Oder was meint Ihr wäre los, wenn Ihr irgendwo in einer kleinen Bar in der Toskana anfangt, über den Grappa herzuziehen, der (nur mal so angenommen..) ja wohl “nichts” sei im Vergleich zu einem guten Malt? Ein herzlich die Tür empfehlendes “Va fan c***, Tedesco!” wäre vermutlich noch die galanteste Reaktion…
Bitte versteht das folgende Video als eine Metapher: es ist gedreht im Bayerischen Wald bei unserem Brenner-Freund und Aussteller Gerhard Liebl. Aber es könnte sich in fast jeder Gegend der Welt abgespielt haben.
Die Story des Videos: Spätsommerlicher Zwischenstop mit dem Bike im Bayerwald zwecks Brennereibesichtigung bei Gerhard in Bad Kötzting. Am Abend zuvor: Whisky- + Edelbrand-Verkostung satt. Erst beim morgendlichen Abschied lese ich auf dem Firmenschild in großen Lettern: Bayerwald Bärwurzerei Liebl. Aber… was GENAU ist eigentlich….Bärwurz? MacBook raus, rein in die alte Brennerei – und Gerhard hat es mir erklärt: mehr als nur ein Schnaps. Viel mehr.
Wie gesagt: der Bärwurz im Video ist nur Metapher für eine überall auf der Welt gelebte Kultur. In dem Fall: Unsere Kultur. Wahrscheinlich kostet so eine Flasche ein paar Euro mehr, als irgendein Zeugs im Supermarkt. Aber was ist der “Preis” von Kultur?
Ach ja: Fünf Minuten später saß ich auf dem Bike – daher das “verhaute G’wand”.

